Der erste Urlaub als Paar – Zündstoff für die Liebelesenswert!

Bewerte diesen Artikel

3 Bewertungen

 

Der erste Urlaub als Paar – Zündstoff für die Liebe

Es könnte alles so schön sein! Er und sie, das Kribbeln im Bauch, ein romantisches Hotel, Ruhe, Zeit, bezaubernde Landschaften, grossartiges Essen, Sternenhimmel – und dann wird es so grässlich! Streit am Frühstückstisch, Autofahrten in frostigem Schweigen, getrennte Zimmer, verfrühte Abreisen…. Wie kommt das bloss? Dabei hatten sich die zwei doch so auf ihren ersten gemeinsamen Urlaub gefreut!

Harmonie auf der Teststrecke

Viele frischverliebte Paare teilen zu Beginn ihrer Beziehung ja weder ihre Wohnung noch den grössten Teil des Tages miteinander. Im ersten gemeinsamen Urlaub ändert sich das zwangsläufig, und aus manch einem vermeintlichen Traumpaar wird binnen weniger Tage ein Duo infernale. Die meisten Pärchen unterschätzen das Streitpotential trauter Zweisamkeit masslos. Nicht selten ist der erste Urlaub auch der letzte. Man lernt sich im gemeinsamen Zimmer am fremden Ort nämlich ganz anders kennen als beim kurzen Spaziergang im heimischen Park. Erschwerend kommt hinzu, dass man aus der selbst herbeigeführten Zwangssituation «Urlaub» nicht so ohne weiteres herauskommt, besonders bei gemeinsamer Anreise.

Immer diese Erwartungen!

Vorfreude ist die schönste Freude, und im Rahmen dieser entwickelt jeder Partner bestimmte Wunschvorstellungen und mehr oder weniger präzise Erwartungen an den Liebsten. Das Näher-kennenlernen gehört unbedingt dazu, eine etwaige Entzauberung jedoch keinesfalls. Ganz normale Differenzen wie ein grundverschiedener Tag-Nacht-Rhythmus, unterschiedliche Ansprüche an die Unterkunft oder Essgewohnheiten haben in diesen Visionen keinen Platz. Verliebtsein macht hier tatsächlich sprichwörtlich blind, und befragt man Paare vor ihrem Urlaub über etwaige Streitpunkte, halten die meisten ernsthafte Auseinandersetzungen für vollkommen abwegig.

Du bist irgendwie ganz anders…

Urlaub bedeutet Erholung und Entspannung, da kann es schnell einmal passieren, dass sich einer von beiden ein klein wenig gehen lässt. Solange sich alles im akzeptablen Rahmen bewegt, ist dagegen nichts einzuwenden. Schlimm wird es erst, wenn Alltagsgewohnheiten zu Tage treten, die dem Gegenüber bisher unbekannt waren und lediglich fassungsloses Unverständnis auslösen. Wer im Urlaub feststellt, dass er überhaupt nicht zusammen passt, kann im Anschluss nur die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Ansonsten ist jede Partei gezwungen, gründlich abzuwägen, ob sie mit den neu gewonnenen Erkenntnissen über den anderen tatsächlich dauerhaft zurechtkommt. Hier sind Kompromisse gefragt.

Neuanfang oder grosses Finale?

Nicht jeder Konflikt muss als Todesstoss für die Liebe gewertet werden. Kleine Streitereien über den geplanten Tagesablauf oder schlechten Service im Hotel kann man auch als Herausforderung begreifen, einfach das Beste daraus zu machen. Ernsthafte, wiederholt auftretende Differenzen werden aber vielleicht auch in der Beziehung zum Dauerthema. Sich auf intensive Art kennen zu lernen und sich manchmal auch ertragen müssen, kann eine junge Partnerschaft jedoch auch vertiefen und festigen.

Präventivmassnahmen

Abstimmung ist unerlässlich. Schon vor dem Urlaub sollte man sich über die grobe Planung, Wünsche, Interessen, Eigen- und Gewohnheiten, finanzielle Lösungen und Notfall-Pläne verständigen. So verhindert man unliebsame Überraschungen und kann sich besser auf die gemeinsame Zeit einstellen. Es schadet auch nicht, offen eine Strategie für Streitigkeiten zu überlegen. «Was machen wir denn, wenn wir uns einmal in die Haare kriegen?» ist eine legitime Frage. Wenn es dann im Urlaub tatsächlich soweit kommen sollte, kann man darauf zurückgreifen. Generell fährt man mit einer zurückgenommenen Erwartungshaltung besser als mit hochgeschraubten Ansprüchen. Man sollte vielleicht auch nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen, dafür aber unbedingt «Alleinspielzeiten» einplanen. Man muss nicht alles gemeinsam unternehmen – wer für ein paar Stunden getrennte Wege geht, kann sich voneinander erholen und aufeinander freuen.

Text: Claudia Eichhorn