Südamerika

April 2006
 
 
¡Buenos días!
 
Esta es mi tierra Bolivia.
 
Brrrrrr, das Wetter zeigt sich gerade regnerisch kühl  und grau. Sitze in einem Internetcafe in Sucre der Hauptstadt von Bolivien.....
 
Habe in der letzten Woche schon wieder viele Kilometer zurueckgelegt. Mal in der Sandwüste per Boarding über die Sanddünen, ein ander mal per Biking, mal zu Fuss und natürlich die grössten Strecken mit dem Bus.
 
Letzten Sonntag stieg ich ein par Meter höher über Meer nach San Pedro de Atacama in Chile auf  2400m.ü.M. Die Busfahrt dauerte 8 Stunden durch eine märchenhafte Landschaft. Das Bild aus dem Fenster veränderte dauernd seine Farben und Formen so dass die lange Reise schnell vorüber war.
Tagsüber war es in San Pedro de Atacama sehr heiss, dafür kühlte sich die Luft abends stark ab.
 
Nach der ersten Übernachtung dort waren Eveline und ich sehr unternehmungslustig:
-Vormittags haben wir ein Sandboard gemietet. Mit dem Brett unter dem Arm geklemmt wanderten wir singend ca 1 gute Stunde in die Wüste bis zu den steilsten Sanddünen. Dort konnte ich einmal das "Snowboardfeeling" auf dem Sand erleben. Es war der Hammer! Wenn mann das Brett gut mit Kerzen wachst und nicht in den Sand einhackt, kanns recht schnell abwärts gehen. Es war mega lustig und auch recht anstrengend wieder durch den Sand hoch zu waten.
-Nachmittags als  wir ins Dorf zurück kamen, wechselten wir aufs Velo. Über Naturstrassen führte unser Weg ca 15 km bis zum Valle de la Luna. Der Name Valle de la "Luna" bedeutet dass von hier aus der Mond mit der schönsten Umgebung zu sehen ist. Das ist ein Nationalpark mit den prächtigsten Bergen, Felsen und Gesteinen die ich je gesehen habe. Es gibt hier auch Sandhügel in verschiedem Braun- und Grautönen. Damit wir die beste Aussicht haben, wanderten wir auf einen Grat. Da oben blieben wir nun bis zum Sonnenuntergang. Mit dem Sinken der Sonne wechselte die Landschaft ringsherum laufend ihre Farbe, und der grosse Mond wurde immer heller......
(ein Sonnenuntergang; aber sooooooooooooooooooooo schön!!!!!!!!!!)
 
Also ich könnte noch viel mehr schwärmen, aber nun kommen wir wieder zur Sache:
 
Am Dienstag starteten wir eine 3-tägige Tour Richtung Uyuni nach Bolivien. Die Reise führte mit dem Jepp durch die Anden an Vulkanen und sehr vielen Tieren wie veschiedenste Arten von Lamas und 3 Arten Flamingos an den Lagunen vorbei. Am gleichen Tag machten wir an 3 unterschiedlichen Seen Halt:
-die Laguna BLANCA ist so WEISS weil der Seegrund mit Kreide übersäht ist
-die Laguna VERDE leuchtet GRÜN durch den Gehalt an Schwefel, Kalcium und Borax in
 Kombination
-die Laguna COLORADA hat teilweise knallROTe seeflächen wegen dem hohen Kupfergehalt
 
In kurzer Zeit machten wir extrem viele Höhenmeter. Vielen von unserer Gruppe gings schlecht. Plötzlich merkte auch ich, dass ich sogar beim Lachen viel mehr Atemzüge brauchte. Wir waren 2400m auf 5000m angestiegen. Da kamen schon unsere ersten Coca-Globuli zum Zug. Hier gilt als Medizin bei Höhenkrankheit Cocablättertee trinken.
 
Nach einem entspannenden Thermalbad im freien entdeckten wir die Geysiren. Das sind so eine Art Kratern mit einer brodelnden grauen Masse. Aus einigen springt mit grossem Druck Wasserdampf aus dem Boden. Die Geysiren sind ein interessantes Naturschauspiel!
 
Unser Übernachtungslager auf 4300m war eiskalt. Nach einem warmen Essen unterhielten wir uns zu zwölft unter der Gruppe mit Gedächtnis-Spielen (in spanisch und englisch) bis wir alle totmüde waren.
Doch schlafen konnte wohl keiner. Viele waren Höhenkrank und mussten sich übergeben. Da halfen auch meine Mariendisteltropfen nichts mehr. Ausser dem Frieren ging es mir zum Glück gut. Ich konnte einfach vor Kälte nicht einschlafen. Obschon ich mit 6 Schichten angezogen im Schlafsack unter der Wolldecke lag, zitterte ich am ganzen Körper. Die Nacht wollte fast kein Ende nehmen....
 
Die nächste Nacht verbrachten wir etwas tieferliegend und warm eingebettet, mit einem erhohlsamen und guten Schlaf in Uyuni.
 
Der letzte Tag unserer Tour führte in den Salar de Uyuni (Salwüste). Seine Fläche misst 12000 km2. Der Salar besteht vorwiegend aus Speisesalz und enthählt zu dem noch Mineralien wie Lithium, Magnesiumchlorid und Potossiumchlorid. Diese Mineralien werden während der Trockenzeit vo Salzarbeitern alles von Hand gewonnen. Die wichtigste Ausbeutung ist das Speisesalz.
In den Augen blendete es fast brennend da die Sonne im Salz sehr stark reflektiert wird. Also ohne Sonnenbrille bist du verloren.....
Mitten in der Wüste traffen wir auf eine Kaktusinsel Isla de pescado, welche die Form eines Fisches hat. Nach einer Bewanderung dieser Vegetation gab es an Salztischen Lamafleisch mit Kartoffeln und Gemüse zum Mittagessen.
 
Zurück in Uyuni kaufte ich mir auf dem Mercado warme Handschuhe und eine Indio-Kappe für die Weiterreise ins Andenhochland.
 
Am Freitag nahmen wir den Bus nach Potosi in die höchsgelegen Stadt der Welt (4300m.ü.M). Auf der Suche nach einer Herberge traffen wir einen feierlichen Umzug wegen Karfreitag an. Alle Leute sind aus ihren Häusern gekommen und beteiligten sich mit ernstem Gesicht daran und sprachen Gebete. Hier sind die Leute sehr streng katholisch. Für uns gab es automatisch ein kurzer Moment stillstand mit dem schweren Rucksack um ein paar Gedenkensminuten zu machen....
Überall an Strassenrändern werden Torten und "Möchtegern-Schoggi-Eier" verkauft.
Soviel zum Osterfest hier...........
 
Gestern kamen mir die Tränen, als ich sah unter welchen Bedingungen hier gearbeitet werden muss: In Potosi besichtigten wir das Bergwerk in den Minen. Dort wurde eine grosse Menge Silber ausgebeutet. Zur Zeit werden viele andere Mineralien wie u.a. Zinn gewonnen. Das ist sehr schwere Arbeit!!
Um zu den Mienenarbeitern zu gelangen mussten wir ganz weit durch enge Tunnels in den Berg hinein gehen. Ab und zu waren die Tunnels so eng, dass wir auf Armen und Beinen kriechen mussten. Je tiefer wir in den Berg kamen, je heisser und schlechter wurde die Luft........ Wenn da jemand platzangst hat, bleibt er besser draussen!
Endlich sind wir beim ersten armen Bergwerker angelangt.
Horror! Bei diesen Umständen müssen die hier körperlich hart arbeiten. Ohne etwas zu essen zwischen 8 bis zu 24 Stunden...........Mir bleibt die Luft aus wenn ich diesen Mienenarbeiter anschaue. Der ist 26 Jahre alt und sieht aus wie etwa 46.......
Den nächsten Arbeiter habe ich gafragt wie ihm diese Arbeit gefalle. Als Antwort hat er uns erzählt, dass er keine andere Wahl hat. Er (36 Jahre alt) arbeitet schon seit 14 Jahren in diesem Stollen, weil er das Geld braucht um seine Familie zu ernähren......
 
Damit die Arbeitszeit überstanden werden kann, kauen die Mienenarbeiter während ihrer ganzen Schicht getrocknete Cocablätter.
 
Kurze Botanik und Arzneimittelkunde von COCA:
-Es ist eine immergrüne Pflanze welche im Tiefland von Bolivien und Peru kultiviert wird.Die Blätter werden getrocknet und teilweise für die Coca-Cola-Herstellung, die Pharmaindustrie,  die Kokainherstellung (illegale Droge) und für den traditionnellen Gebrauch der Inkas im Land selber verwertet
-Die Wirkung beim Kauen von Cocablätter ist stimulierend, schmerzstillend und drosselt das Empfinden von Kälte Hunger und Durst.
 
Mit dieser Wirkung werden Arbeiter in den Silbermienen bis zu ihrem körperlichen Versagen ausgenutzt..............
 
 
Auf der Busreise nach Sucre brauchte ich die Zeit um diese traurigen Eindrücke zu verarbeiten.
 
Das wenige was ich in Sucre schon gesehen habe, ist sehr schön. Es ist eine antike und saubere Stadt mit viel Leben. Inzwischen hat es auch aufgehöhrt zu Regnen.........
 
Also dann will ich mal raus
 
 
¡Felices Pascuas!      =        Frohe Ostern!
 
Viel liebe Grüsse  " u e grosse Schoggihas!"
 
Marlène/
Lena
HEY
Hallo ihr Lieben!
 
Schon sind wieder 2 Wochen verflogen.
Für die Ostertage waren wir noch in Sucre geblieben. Mit der Kappe aufgesetzt und meinen warmen Wollhandschuhen Handschuhen war es abends in der Stadt sehr anganehm und gemütlich.
Direkt bei der schönen Plaza befindet sich die einzige Schweizer-Drogerie in ganz Südamerika. Diese musste ich natürlich auch von innen besichtigen! Die drogueria natural hat ein geniales Sortiment von Spagyrik und -Mischungen sowie Tees, Reformprodukte und andere Naturheilmittel. Es freut mich, hier so etwas anzutreffen.
 
Bevor wir Sucre verliessen, spazierten wir noch zum Aussichtspunkt Recoleta. Dort haben wir  mit Franziska das Mittagessen und die Sonne genossen. Franziska ist Schweizerin und arbeitet zur Zeit in der Drogerie hier.
 
Kaum am Busterminal angelangt, wurden wir schon umringt mit Billettverkäufern. Sie redeten von allen Seiten auf uns ein und jeder schrie dass er viel besser und günstiger ist als der andere. Es war ein richtiger Kampf bis zum Schalter zu gelangen.
 
Durch die Nacht fuhren  wir in östlicher Richtung nach Samaipata, ein kleines und sehr familiäres Dörfchen. Von da aus wanderten wir zu einer uralten Inkasiedlung El Fuerte. Da sind noch viele Mauernrückstände von ihren Ruinen anzutreffen. Damals hatten die Inkas wohl den besten Standort für ihre Bauten ausgewählt. Denn die Lage hier ist vom Ausblick her umwerfend. Zurück in Samaipata hatten wir eine einfache Unterkunft bei einem netten Ehepaar. Wir durften sogar ihre Küche benutzen und kochten uns Quinoa.
 
Weiter gings ins Tiefland nach Santa Cruz. Eigentlich wollten wir dort gerade einen Nachtzugnehmen nach Robore. Da aber gestreikt wurde mussten wir in Santa Cruz übernachten........
Machten wir uns halt einen lustigen Abend in Santa Cruz. Per Zufall sind wir an einem Zirkus vorbei gekommen. Sofort kauften wir uns den besten Plazt nur für 3 Dollar.
Am nächsten Tag hatten wir Zeit für die Stadt. Das Klima ist schon fast tropisch und sehr heiss. In der Strasse begegneten wir einer Frau mit einem kleinen Affen auf der Schulter. So etwas habe ich noch nie gesehen! Ich fragte sie, ob ich dieses Äffchen auch mal in die Hände nehmen darf. Als sie mir ihn überreichte, fing er gleich an zu pinkeln und schreien........Affen mögen mich wohl nicht:-(
 
Am Abend hatte es doch noch geklappt, einen Bus nach Robore zu finden. Die Reise führte über holprige Strassen und manchmal sogar durchs Wasser. Ab und zu stand der Bus still, mitten in der Nacht sogar für 2 Stunden. Nach 18 Stunden wechselten wir in Robore auf den Microbus nach Santiago de Chiquitos.
Santago de Chiquitos ist ein kleines Dörfchen zwischen tropischen Wäldern mit nur 1200 Einwohner. Hier kennen sich die Leute alle und sind sehr offenherzig.
(In Bolivien sind die Charakter der Menschen sehr ortsabhängig: je rauher das Klima ist, desto kühler und verschlossener sind die Leute - je milder und wärmer das Klima ist, desto freundlicher und offen sind sie)
Alle Häuser haben die Eingangstüre in eine untere und eine obere Türe geteilt. Die obere Türe bleibt immer offen, auch nachts. Das gegenseitige Vertrauen unter den Leuten im Dorf ist sehr gross. Es ist fast wie eine grosse Familie. Santiago de Chiquitos wird nur selten von Touristen besucht. Eveline und ich waren in diesem Moment die Einzigen. Hier fühlte ich mich sehr wohl. Unsere Unterkunft hatten wir bei einem 74 jährigen Mann Noel. Er hatte sehr Freude, uns Fotos von seiner Familie zu zeigen. Noel erzählte uns alles über seine Nachkommen bis ins Detail und vieles über Bolivien.
Am Sonntag machten wir einen Wandertag. Ein Chico namens Folker begleitete uns damit wir uns im Jungel nicht verlaufen. Er hatte ein grosses Messer dabei um im Dickicht einen Wanderweg frei zu schneiden. Wir folgtem dem Rauschen bis wir einen grossen Wasserfall erreichten. Dort erfrischten wir unsere Füsse. Ich konnte es nicht meiden, von Stein zu Stein zu springen. Als ich auf einem glitschigen Stein landete - oooops, da lag ich flach und rutschte fast ins Wasser. Schwein gehabt!
Weiter wanderten wir an den schönsten Bäumen und vielen anderen Pflanzen vorbei zum Arco (Bogen). Es ist wie eine Brücke aus Felsen. Auf dem weg zu den Höhlen entdeckten wir Fussspuren von einem Puma. Über uns sahen wir die Affen turnen und plötzlich stiessen wir auf einen Panzer eines toten Tieres das so assieht wie etwas zwischen einem Dachs und einem Schildkrot (habe den Namen vergessen).
Am Nachmitag sind wir bei den Höhlen angelangt. Gegenüber brasseste viel Wasser vom Felsen runter. Tief in der höhle konnten wir unsere Taschenlampen gut benutzen. Dort waren uralte Höhlenmalereien zu erkennen. Zum Schluss marschierten wir zum Mirador (Aussichtspunkt). Von da aus sieht mann die Wälder in unendliche Weite bis zum Horizont. Müde und beeindruckt kehrten wir während einem Sonnenuntergang in allen Farben ins Dorf zurück.
Am nächsten Tag wanderten wir mit einem anderen Chico namens Chicho zu anderen Wasserfällen "las posas". Dort verweilten wir für ein par Stunden zum Baden und Ausruhen. Die Sonne gab alles. Ich hatte mich am Morgen nicht eingecremt und wurde mit einem zünftigen Sonnenbrand bestraft. Auf dem Rückweg erzählte uns Chicho dass etwa 300km von hier entfernt ein unzivilisierter Indianerstamm lebe. Sie töten jeden Fremdling der sich in ihr Revier wagt. Chichos Grossvater bekam mal einen Pfeil in den Arm weil er sich etwas zu nahe aufhielte. Um die Pfeile giftig und wirksam zu machen, werden sie mit dem Harz vom Barbascobaum behandelt. Solche Bäume hat uns Chicho auch gezeigt.
Am Abend waren die Kinder von Santiago de Chiquitos am Singen. Sie übten für einen interkontinentalen Singwettbewerb. Ich kriegte Gänsehaut von diesen klaren Stimmen!
Viele Leute fragten uns nach der Wanderung. Jeder wusste wer wir sind und was wir gemacht haben.
Jeden Montag Abend ist Fussball spielen angesagt. Da gehen praktisch alle vom Dorf hin. Am Schluss spielten noch die kleinen Kinder im Windelpack mit dem grossen Ball auf dem Feld. Sie hatten eine riesen Freude daran. Soooo süss!
Ich war traurig Santiago de Chiqutos zu verlassen............
 
Nach einem Tag baden und und liegen in Aguas caliente (See mit natürlich geheiztem Wasser) fuhren wir per Eisenbahn nach Santa Cruz zurück. Ich bin krank geworden; hatte Fieber, Schmerzen und Durchfall. Ich war so schwach, dass ich kaum mehr meinen grossen Rucksack tragen mochte. Dafür kam meinen Reiseapotheke richtig zum Zug.
 
Mit runterlaufendem Schweiss stiegen win in Santa Cruz bei 35c in den Bus ein. Als wir nach 14 Stunden in La Paz ankamen, bieberten wir vor Kälte. Zum Glück hatte ich meine Kappe und die Handschuhe im Handgepäck.
La Paz ist eine riesengrosse Stadt am Hang und liegt auf zwischen 3000 und 4000m Höhe. Was mir speziell gut gefällt: in den obersten Vierteln sind die Häuser zwischen die Felsen gebaut.
 
Das Aerobic von Bolivien haben wir natürlich auch schon entdeckt:-). Gestern Abend tanzten wir einen 3-stündigen Aerobicmaraton mit 8 verschiedenen Instruktoren und 8 verschiedenen Choreografien mit. Die Musik war so mitreissend, dass ich gar keine Erschöpfung verspühren konnte. Es brauchte schon ein wenig mehr Puste in dieser Höhe!
 
Nun geniessen wir das Stadtleben in La Paz und gewöhnen uns Stunde für Stunde besser an die Luft.......
 
 
 
 
Itz hani scho wider so viu gschribe. Chönnt aber no viu meh drzue verzeue. Aber i wott ja dass dir no möget läse.
 
Auso blibet gsung u gniesset zLäbe!!!!!!!!!
 
Muntsch u ganz liebi Grüessli
 
Marlene/Lena
 
Gugus!
Sende euch wieder einmal ein Lebenszeichen von mir:
 
Hoffe dass es euch gut geht!
 
Meine Reise geht bald zu Ende............
Nach dem Aufenthalt in La Paz brauchten wir See. Die nächste Destination war Copacabana am TITICACASEE. Zum Baden war es leider etwas zu kalt. Die Gegend hier ist wie im Bilderbuch: -Die Indios mit ihren Wollmützen und Sombreros in allen Farben, -die dunkeln Esel welche immer noch zur Arbeit eingetzt werden, und -die saftige Landschaft mit dem grossen blauen See..... Mit einem Boot erreichten wir die "Isla del sol". Da konnten wir uns richtig frei bewegen und quer über die Sonneninsel bis zum Sonnentempel wandern.
 
In der Nacht vom Freitag auf Samstag traffen wir in der Inkahauptstadt Cusco ein. Cusco ist historisch hochinteressant. Am ersten Tag machten wir eine City-Tour um von der Inkageschichte etwas mehr zu erfahren. Die Ureinwohner achteten immer auf die Zeichen der Natur. So wie sie die Bahn von Sonne, Mond und Sternen beruecksichtigten, bauten sie auch ihre Tempeln.
 
Am Sonntag Morgen stiegen wir um 4 Uhr aus den Federn. Mit einem Führer, Koch und Zelt machten wir uns auf eine 5-tägige Wandertour. Schon am 1. Tag sass ich im "Kuhfladen", welcher dann auf dem ganzen Trekk gut zu sehen war. Eveline lachte, und zog dafür später einen Wanderschuh aus dem Sumpf. Die Wanderung führte über wilde Bäche, durch Wälder , über Pässe sowie an unberührter Landschaft vorbei. Die 1. Nacht im Zelt war verdammt kalt. Nach und nach hatten wir immer wärmere Übernachtungsplätze mit mehr Mücken.....da gabs ab und zu etwas zu kratzen.
Im Durchschnitt wanderten wir täglich bis zu 8 Stunden. Am dritten Tag genossen wir eine Erfrischung im Bach um uns sauber zu machen. Danach fühlte ich mich wie neugeboren. Abends nahmen wir es noch etwas gemütlicher in den Thermalbädern von Santa Theresa. Am vierten Tag begegneten wir Bananenpalmen, Kaffeesträuchern, Papayabäumen und Granatapfelbäumen. Frisch vom Baum schmecken die Früchte natürlich am besten. Auf der ganzen Wanderung erzählte uns der Führer vieles von den Inka's sowie die Wirkung verschiedenster Heilpflanzen. Am letzten Abend in Aguas Caliente fanden wir noch einen Rest an Energie zum tanzen. Es reichte dann noch für vier Stunden Schlaf bis zum Aufbruch nach MACHUPICCHU zu den Ruinen der alten heiligen Inkastadt. Um 5 Uhr liefen wir los damit wir vor Sonnenaufgang den Berg erreichen konnten. In 1 1/4 Stunde waren wir schon oben angelangt. Da es viel Nebel hatte, konnten wir leider nicht alles in die Weite sehen. Es war trotzdem ein besonderes Erlebnis, hier oben zu sein. Wir hatten eine Führung durch die Überresten dieser uralten Steinbauten z.B. das Haus des Häuptlings sowie Orte der Zeremonien. Dort wurden früher Lamas, und bei speziellen Anlässen Pumas oder Jungfrauen geopfert. Ja, Machupicchu hat eine sehr lange Geschichte. Mann kann ganze Bücher darüber lesen....
 
In Cusco hatte ich Eveline verlassen, da ich mich langsam in Richtung Norden zu bewegen hatte wegen dem Rückflug am 30. Mai ab Quito in die Schweiz. Doch verabschiedeten wir uns noch nicht definitif, da wir in Lima nochmals zusammentraffen.
 
In einem Nachtbus reiste ich über Nasca. Dort machte ich einen Stop um die mysteriösen Linienzeichnungen im Boden von Nasca mit einem kleineren Flugzeug von oben zu bestaunen. Am gleichen Tag verliess ich Nasca und fand Eveline in Lima der Hauptstadt von Peru wieder.
Dort hatten wir Unterkunft im 15. Stock eines Hochhauses. Leider wurde wegen Geldschulden in diesem Haus zu diesem Zeitpunkt für ein par Tage das Wasser und der Strom abgestellt. Da konnten wir unsere trainnierten Beine vom Wandern gut gebrauchen beim Treppenlaufen:-) Wasser für das Zähneputzen, Waschen und Toilettespühlen konnten wir aus "Kübeln" schöpfen......Da wird man sich richtig bewusst, wie viel Wasser wir täglich gebrauchen!
 
Lima ist eine Grossstadt mit 10 Mio Einwohnern. Die Luft ist wesentlich schlechter als in den Anden. Der Himmel über Lima ist fast immer grau wie schlechtes Wetter. Aber die graue Farbe kommt vom Smog! Die Stadt selber ist sehr lebhaft und hat viele schöne Plätze. Sie grenzt auch an die Pazifik. So kann man neben dem Autolärm am Strand auch noch ein wenig Meerrauschen hören.
In Lima trennte ich mich definitif von der Reise mit Eveline. Wir verabschiedeten uns mit Mango essen und lachten noch einmal richtig zusammen, so dass die Leute um uns herum auch mitlachen mussten. Als Eveline in den Bus stieg, kamen mir doch noch die Tränen. Wir hatten eine sehr erlebnisreiche und gute Zeit zusammen!...... Eveline will sich für einige Zeit in Cusco niederlassen um eine Sprachschule zu besuchen. Jetzt reise ich nun alleine weiter und freue mich auch auf diese Erfahrung.
Leider nicht mehr lange:-(
 
Die letzten Tage reiste ich der Küste entlang. Damit ich ständig das Meer in meiner Nähe habe...........
Unglaublich dieser Tag: vor einer Woche badete ich zum ersten mal in der Pazifik. Die Wellen sind gewaltig. Das Wetter war nicht all zu heiss. Aus diesem Grund war ich ausser den Fischern in den Schilfbooten die Einzige am Strand. Am Nachmittag übte ich mit einem Peruaner Wellenreiten auf einem Surfbrett. Das ist gar nicht so einfach! Ich versuchte mich liegend auf dem Brett ins Stehen zu bringen bis ich alle meine Kräfte verlor. Ich war so müde, dass ich nachher im Sand sofort einschlief. Als die Sonne nur noch im weiten Westen zu sehen war, weckte mich die Kälte. Es war herrlich diese Abendstimmung am Meer! Ich genoss es alleine zu sein und den tobenden Wellen zuzuhören........
 
In Chiclayo verbrachte ich 3 Tage. Früher war das die Stadt der Freundschaft. Das hatte sich verankert bis heute. Die Leute sind mehrheitlich sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Überall will einem jemand begleiten und alles zeigen. Es ist schon fast schwierig, alleine sein zu können. Dieser Ort war genial für mich um die Sprache zu praktizieren.
Von da aus wanderte ich mit einem Belgier und peruanischen Kindern zu den Pyramiden von Tucuman. Die Kinder zeigten uns viele Bäume mit diversen Früchten und kletterten mit uns auf den höchsten Fels von Tucuman. Von da oben hatten wir die beste Sicht über die Pyramiden. Tija, der Abstieg ist immer schwieriger als der Aufstieg. Habe mir meine Hosen zerrissen. Nun konnte ich von meinem Nähzeug auch noch mal Gebrauch machen.
In Chiclayo lebten schon immer sehr viele Heilpraktiker und Naturistas. Es gibt hier einen ganzen Mercado mit Heilpflanzen, Kräutermischungen und anderen Naturheilmittel zu sehen; für mich natürlich interssant!
 
Weiter im Norden von Peru wollte ich mich in Tumbes niederlassen. Als ich nach einer 9-stündigen Reise ankam, informierte mich ein Taxifahrer dass morgen die Grenze zu Ecuador schliessen wird. Im Land gibt es Probleme weil sie mehr Geld für ihre Bananen wollen........
Also setzte ich mich nochmals für 7 Stunden in einen Bus und verliess Peru.
Über die grösste Stadt von Ecuador Guayacil fuhr ich nach La Libertad, einem kleineren Küstenort.
Gestern machte ich in Salinas eine kurze Bootstour im pazifischen Meer und sah Pelikane. Heute bin ich sogar einem Seeigel und Krebsen begegnet. In meiner Unterkunft habe ich mich mit riesengrossen "Heugümpern" angefreundet (dem Frieden zuliebe). Soviel zur Tierwelt...
 
Nun geniesse ich noch die knappe letzte Woche meiner Reise bei hohen Temperaturen und süssen Früchten wie Meeresfrüchten!:-) in Ecuador.
 
Bis bald, freue mich euch wiederzusehen!
 
liebe Grüsse und hasta pronto, nos vemos!
 
Marlene
Lena